Demon Head Press

DSCF9213Die Kopenhagener haben sich erst 2012 gegründet und nach einem Demo und einer sehr guten 2-Track-Single, die im Underground für Furore gesorgt haben, kommt nun schon die LP auf TCM. Die bereits veröffentlichten Songs wurden hier noch einmal neu aufgenommen. Mit dem Downtempo-Rocker „Undertaker“ voller Moll-Schlagseite geht die Platte gut los: überhaupt ist Rock hier das Stichwort, die Band ist maßgeblich beeinflusst von ziemlich alten Rockbands, allerdings kein Klon. Gesanglich erinnert mich der Frontmann ein ganz kleines bißchen an Danzig, musikalisch denke ich an Year Of The Goat, aber deutlich weniger episch, sondern erdiger. Vor allem die Twin Solos! Besonders cool finde ich, dass die Gitarren hier nur wenig verzerrt sind, der Sound ist insgesamt schön morbide, irgendwie gruftig, aber gespielt wird astreiner Hard Rock im Sinne von Thin Lizzy, aber heavier. Doom Rock nennt man das wohl, inhaltlich geht es natürlich um Okkultes und Fantastisches, Stichwort In Solitude oder Cirith Ungol. Hier sind also keine Partyrocker zugange wie Horisont, sondern ernsthafte Dudes, die sich Gedanken machen um das Universum, Dämonen, Drogen und den ganzen Rest. „Ride The Wilderness“ mündet in einen ausufernden Gitarrensolo-Endpart, der sich gewaschen hat, das Intro von „Book Of Changes“ ist ein langsamer und unheimlicher Kriecher, wie überhaupt die zweite Seite deutlich langsamer ist, Pentagram fallen mir da ein. Auch die Band-Hymne „Demon Head“ ist ein langsamer Doomrocker und jetzt weiß ich auch endlich, an wen die mich erinnern: Roky Erickson natürlich! Der dezente Einsatz von Hammondorgeln dann und wann macht die Sache rund und ich glaube nicht, dass zurzeit eine Old School Doom Rock Band unterwegs ist, die sich besser darauf versteht, diesen Sound am Leben zu erhalten, dieses doomige, aber prä-Metal-Feeling. Von NWOBHM sind die Dänen nämlich recht weit weg, als wären die letzten 30 Jahre Metal Evolution überhaupt nicht passiert, übersteuerte Blues-Riffs, unheimliche Texte und ungewöhnlich langsames Drumming würzen den gesanglichen Vortrag und das klingt so „frisch“, wie man diese Sorte Proto-Doom schon länger nicht mehr gehört hat, denn die Band swingt wie Bill Ward, der Gesang steht Bobby Liebling in nichts nach und die Gitarristen erinnern mehr als einmal an Victor Griffin und Tony Iommi, die sich duellieren. Soul, Blues und Swing im Proto-Doom: Besser kann man das nicht machen!

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