Hey Ruin

11224769_1651039668466848_2145021984930891880_nHa, die Jungs kennt ihr schon… MNMNTS sind das hier zu 3/4 –  auf deutsch, stürmisch und Punk-verliebt. Was eine spitzen Platte, an der Schnittmenge von 90er Emo und zeitgenössischem Punk. Es  geht los und man hat direkt den herrlichen Old School Emo-Moll-Kloss im Hals. Denn nichts ist hier in Ordnung, die Band kommt, um sich leidenschaftlich zu beschweren, über alles Mögliche. Soundmäßig ganz grob zwischen Fjørt und Yachten, mit filigranen 90s Emo-Gitarren-Passagen in clean – aber laut – also Mineral und Pop Unknown. Gesanglich denke ich manchmal an Kaput Krauts, weil die Stimme relativ rau ist, immer anklagt und aufs Maul gibt. Inhaltlich heißt es eher „warum wird nur mir schlecht, wenn die Welt sich doch für alle dreht?“ oder „ist das noch Punk oder schon depressiv?“ Die Band sagt selber es ginge ums so Punkerkram & Emo-Zeugs, mal gemeckert, mal geheult… Mehr Fragen als Antworten, aber was will man machen, wir haben 2015, ich empfinde das als ehrlich, da diese Fragen einen eben umtreiben, wenn man die Anfangs-Zwanziger hinter sich gelassen hat. Mir ist dieses aus dem Bauch heraus spielen und ewig zweifeln auf jeden Fall tausend Mal lieber als die Kalkulation am Reißbrett mit schielen aufs Stadion von so vielen anderen Bands heutzutage. Hey Ruin stehen mit ihrem Gedächtnis-Emo auf deutsch auf jeden Fall fest in der Szene, also nicht in den Hochglanzmagazinen, sondern den AZs. Die Melodien bleiben hängen, die Gitarrenarbeit macht Spaß beim zuhören, dem Sänger glaube ich, was er von sich gibt. Das Konzept verzerrter Bollerbass als Gegenpol zu cleanen Schrammelgitarren ist nicht neu, funktioniert aber immer noch hervorragend, wenn es wie hier gut umgesetzt wird. Und jetzt weiß ich auch endlich, an wen der Sänger mich manchmal erinnert, sowie das Coverartwork auch: an Kevin Hamann aka Clickclickdecker, wenn er richtig laut singt.